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Finnlands kurioseste Sportarten entdecken

Finnland zeigt sich auch von seiner schrägen Seite: mit Frauentragen, Gummistiefelweitwurf und Sumpffußball. Ein unterhaltsamer Blick auf ungewöhnliche Sportarten mit Kultstatus.

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Redaktion
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Finnlands kurioseste Sportarten entdecken

Wer bei Finnland zuerst an stille Seen, dichte Wälder und die Sauna denkt, liegt nicht falsch. Doch das Land hat noch eine andere, erstaunlich verspielte Seite. Gerade bei seinen ungewöhnlichen Sportarten wird deutlich, dass die Finnen Humor, Wettbewerb und Selbstironie mühelos verbinden. Bewegung muss hier nicht perfekt oder verbissen sein. Oft geht es einfach darum, gemeinsam Spaß zu haben.

Viele dieser Wettbewerbe wirken zunächst skurril. Genau das macht sie so reizvoll. Sie bringen Menschen zusammen, liefern Gesprächsstoff und machen aus Sport ein Erlebnis. Für Urlauber ist das eine schöne Gelegenheit, Finnland einmal ungezwungen und nahbar kennenzulernen.

Wenn Sport nicht bierernst sein muss

Kuriose Sportarten haben in Finnland fast Kultstatus. Sie greifen Alltägliches auf, stellen klassische Regeln auf den Kopf und zeigen, wie kreativ Freizeit sein kann. Statt Rekorden, Perfektion und großem Leistungsdruck zählen hier oft Einfallsreichtum, Gemeinschaft und die Bereitschaft, sich auch mal nicht zu ernst zu nehmen.

Gerade das ist ihr besonderer Reiz. Diese Disziplinen bilden einen sympathischen Gegenpol zum streng durchorganisierten Profisport. Nicht Höchstleistung um jeden Preis steht im Mittelpunkt, sondern die Freude am Mitmachen. Das wirkt ansteckend, auch auf Menschen, die sich sonst eher nicht als sportlich bezeichnen würden.

Drei Disziplinen, die man nicht vergisst

Frauentragen

Aus Deutschland kennt man die Geschichte der treuen Weiber von Weinsberg. Sie spielt im Mittelalter: Die Burg Weinsberg bei Heilbronn in Baden-Württemberg wurde belagert. Als sich die Verteidiger ergaben, hieß es, die Männer würden getötet, die Frauen dagegen verschont. Sie durften sogar mitnehmen, was sie tragen konnten.

Die Frauen trugen daraufhin ihre Männer hinaus. Der Überlieferung nach waren die Belagerer davon so bewegt, dass sie alle verschonten. Daher trägt die Burg den Namen Weibertreu. In Finnlands wohl witzigster Sportart läuft es genau andersherum: Hier tragen Männer Frauen. Und zwar nicht nur einmal symbolisch über die Schwelle, sondern über eine Strecke von exakt 253,5 Metern. Der Parcours ist dabei alles andere als eben. Er enthält zwei Wassergräben und zwei trockene Gräben.

Damit es fair bleibt, muss die Frau mindestens 49 Kilogramm wiegen. Seit 1992 werden in Finnland Weltmeisterschaften im Frauentragen ausgetragen. Angeblich geht die Idee auf eine finnische Sage zurück: Ein Räuber soll einst bevorzugt Frauen als Beute davongeschleppt haben. Wer im Urlaub wenigstens die harmlose Variante erleben möchte, braucht dafür übrigens nur ein Ferienhaus in Finnland und eine Türschwelle.

Gummistiefelweitwurf

Auch der Gummistiefelweitwurf gehört zu den finnischen Fun-Sportarten mit Kultfaktor. Erfunden wurde er um 1900 in Finnland, seit 1975 wird er als Mannschaftssport betrieben. Es hat natürlich seinen eigenen Unterhaltungswert, wenn Männer Gummistiefel der Größe 43 und Frauen Modelle der Größe 38 durch die Luft schleudern.

Im Grunde führt diese Disziplin klassische Wurfsportarten wie Diskus- oder Speerwerfen ein wenig ad absurdum. Gleichzeitig ist die Idee erstaunlich alltagsnah. Einen Speer oder Diskus haben die wenigsten zu Hause, einen Gummistiefel dagegen schon eher. 1992 fand in Finnland die erste Weltmeisterschaft im Gummistiefelweitwurf statt.

Und als Handys ab etwa dem Jahr 2000 immer populärer wurden, begannen die Finnen sogar, auch damit zu werfen. Ende August findet in Savonlinna jedes Jahr eine Meisterschaft im Handywerfen statt, mit Einzel-, Gruppen- und Freestyle-Wettbewerben. Die Frage, was weiter fliegt, lässt sich laut Vorlage klar beantworten: das Handy. Es liegt besser in der Hand, während der Gummistiefel als Wurfgerät eher unförmig ist. Wer das zu Hause ausprobieren will, sollte zur Sicherheit lieber beim Stiefel bleiben, außer das Telefon wird ohnehin nicht mehr gebraucht.

Sumpffußball

Sumpffußball, auch Schlammfußball genannt, orientiert sich in seinen Regeln durchaus am klassischen Fußball. Der Unterschied liegt vor allem im Spielfeld. Es ist kleiner als ein normales Fußballfeld und mit Schlamm gefüllt. Pro Mannschaft spielen ein Torwart und fünf Feldspieler.

Auch die Spieldauer ist kürzer und beträgt nur 25 Minuten. Laufen und Kicken im Schlamm ist deutlich anstrengender als auf trockenem Rasen. Für Zuschauer gehört es natürlich zum Vergnügen, dass die Spieler am Ende komplett mit Schlamm bedeckt sind. Entscheidend ist aber vor allem eines: Es macht Spaß. Und zwar den Teams ebenso wie dem Publikum.

Jedes Jahr wird in der ostfinnischen Provinz Kainuu die World Swamp Soccer Championships ausgetragen, also die Weltmeisterschaft im Schlammfußball. Dabei treten nicht nur finnische, sondern auch internationale Mannschaften an. Sogar Teams aus Deutschland waren schon dabei. Nur richtig durchgesetzt hat sich der Sport hierzulande bislang nicht. Eigentlich schade.

Was diese Sportarten über Finnland verraten

So unterschiedlich diese Disziplinen auch sind, sie haben etwas gemeinsam. Sie stehen für eine Kultur, die Bodenständigkeit und Witz miteinander verbindet. Die Finnen nehmen vieles ernst, aber eben nicht alles. Gerade diese Fähigkeit, über sich selbst zu lachen und trotzdem mit Begeisterung dabei zu sein, macht die kuriosen Sportarten des Landes so sympathisch.

Für Reisende entsteht daraus ein besonders authentischer Zugang zu Finnland. Wer im Urlaub auf solche Veranstaltungen, Geschichten oder regionalen Traditionen stößt, erlebt mehr als nur ein unterhaltsames Rahmenprogramm. Man bekommt ein Gespür dafür, wie Lebensfreude vor Ort aussehen kann.

Kuriose Sportarten als besonderes Reiseerlebnis

Oft sind es gerade die unerwarteten Momente, die eine Reise unvergesslich machen. Ein schräger Wettbewerb, gut gelaunte Zuschauer und Ideen, auf die man wohl nur in Finnland kommt, können einen Urlaub enorm bereichern. Diese Mischung aus Natur, Gelassenheit und originellem Einfallsreichtum macht den Reiz des Landes aus.

Wer Finnland wirklich entdecken möchte, sollte deshalb nicht nur auf Landschaften und Sehenswürdigkeiten schauen. Manchmal erzählen ein fliegender Gummistiefel, ein Hindernislauf mit Tragelast oder ein Fußballspiel im Schlamm mehr über ein Land als jede Hochglanzbroschüre. Vielleicht ist genau das die schönste Erkenntnis: Sport darf leicht sein, lustig sein und Menschen einfach gute Laune machen.

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